Milben sind winzig und bleiben deshalb oft lange unbemerkt. Einige Arten finden sich praktisch in jedem durchschnittlichen Wohnumfeld. Andere hingegen kommen seltener vor und haben unangenehme Folgen: Sie können sich dagegen stark vermehren und für Menschen und Haustiere zur Belastung werden.
Juckreiz, Hautveränderungen oder immer wieder auftretende kleine Tiere an bestimmten Stellen der Wohnung können erste Hinweise hierfür sein. Aber nicht jeder Verdacht erfordert sofort professionelle Hilfe. Bei einem hartnäckigen oder schwer einzuordnenden Befall kann eine fachkundige Schädlingsbekämpfung jedoch sinnvoll sein.
Welche Milbenarten treten im Haushalt am häufigsten auf?
Milben bilden eine sehr große Gruppe von Spinnentieren. In Wohnungen sind vor allem Hausstaubmilben bekannt. Sie ernähren sich unter anderem von Hautschuppen und finden in Matratzen, Polstermöbeln, Teppichen und anderen textilen Bereichen geeignete Lebensbedingungen. Hausstaubmilben stechen nicht, ihre Ausscheidungen können bei empfindlichen Personen jedoch allergische Beschwerden auslösen.
Daneben können Vorratsmilben in Lebensmitteln und Futtermitteln auftreten. Vogelmilben gelangen gelegentlich aus verlassenen Vogelnestern in Gebäude und können Menschen stechen. Auch Milben, die ursprünglich Haustiere befallen, können im Wohnumfeld auffallen. Die richtige Bestimmung ist daher wichtig. Denn die Bekämpfung richtet sich immer nach der jeweiligen Art und ihrer Herkunft.
Woran erkennt man einen Milbenbefall?
Milben sind mit bloßem Auge häufig kaum zu erkennen. Ein Befall zeigt sich deshalb eher durch seine Begleiterscheinungen. Je nach Milbenart können Juckreiz, gerötete Hautstellen oder kleine Einstiche auftreten. Bei Hausstaubmilben stehen dagegen häufig allergische Beschwerden wie gereizte Augen, eine verstopfte Nase oder Atemwegsprobleme im Vordergrund.
Auch der Fund sehr kleiner beweglicher Punkte auf Fensterbänken, Möbeln oder in der Nähe von Tierplätzen kann auf einen Befall hindeuten. Lässt sich die Ursache für bestimmte Begleiterscheinungen nicht feststellen, hilft der Experte. Ein Kammerjäger in der Nähe kann dann prüfen, ob tatsächlich Milben vorliegen oder andere Schädlinge für die beobachteten Spuren verantwortlich sind.
Milben selbst bekämpfen: Welche Maßnahmen helfen?
Bei einem leichten Befall können zunächst gründliche Reinigungsmaßnahmen helfen. Bettwäsche, Decken und geeignete Textilien sollten regelmäßig bei möglichst hohen, für das jeweilige Material zugelassenen Temperaturen gewaschen werden. Matratzen, Teppiche und Polstermöbel lassen sich sorgfältig absaugen. Dabei sollte besonders auf Fugen, Ritzen und schlecht erreichbare Stellen geachtet werden.
Gegen Hausstaubmilben hilft außerdem ein möglichst trockenes Raumklima. Regelmäßiges Lüften kann dazu beitragen, die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Spezielle milbendichte Bezüge für Matratzen und Bettzeug können insbesondere für Menschen mit einer nachgewiesenen Hausstaubmilbenallergie hilfreich sein.
Bei Vorratsmilben müssen befallene Lebensmittel entsorgt und Schränke sorgfältig gereinigt werden. Neue Vorräte gehören anschließend in dicht verschließbare Behälter. Für eine erfolgreiche Bekämpfung sollte die Ursache des Befalls gefunden und nicht nur sichtbare Tiere entfernt werden.
Wann reichen Hausmittel und Hygienemaßnahmen nicht mehr aus?
Hausmittel stoßen an Grenzen, wenn Milben immer wieder auftreten oder sich bereits in mehreren Räumen ausgebreitet haben. Auch eine gründlich gereinigte Wohnung bietet keine Garantie dafür, dass sämtliche Entwicklungsstadien eines Schädlings beseitigt wurden.
Problematisch sind außerdem Situationen, in denen die Milben aus einer schwer zugänglichen Quelle stammen. Ein Vogelnest am Gebäude, Hohlräume, Versorgungsschächte oder Bereiche hinter Wandverkleidungen können beispielsweise als Ausgangspunkt dienen. Solange diese Ursache bestehen bleibt, kann der Befall trotz wiederholter Reinigung erneut auftreten.
Von einem wahllosen Einsatz verschiedener Schädlingsmittel ist abzuraten. Ohne sichere Bestimmung der Milbenart kann die Behandlung wirkungslos bleiben oder unnötige Belastungen für Menschen, Haustiere und die Wohnräume verursachen.
Wann sollte ein Kammerjäger eingeschaltet werden?
Professionelle Unterstützung empfiehlt sich vor allem bei starkem oder wiederkehrendem Befall. Das gilt ebenso, wenn sich die Milbenart nicht eindeutig bestimmen lässt oder Bewohner regelmäßig gestochen werden. Haushalte mit Kindern, älteren Menschen, Allergikern oder Haustieren sollten mit Schädlingsbekämpfungsmitteln besonders vorsichtig umgehen.
Ein Fachbetrieb kann zunächst feststellen, welcher Schädling tatsächlich vorhanden ist. Diese Diagnose ist wichtig, weil Bettwanzen, Flöhe oder andere kleine Gliederfüßer gelegentlich mit Milben verwechselt werden. Erst nach der Bestimmung lässt sich eine passende Behandlung auswählen.
Auch bei größeren Wohnanlagen, gewerblichen Gebäuden oder Befallsherden in schwer erreichbaren Bereichen ist eine professionelle Vorgehensweise meist sinnvoller als wiederholte Eigenversuche.
Wie läuft eine professionelle Milbenbekämpfung ab?
Am Anfang steht die Untersuchung der betroffenen Räume. Der Schädlingsbekämpfer sucht nach möglichen Befallsquellen und prüft, welche Milbenart vorhanden sein könnte. Dabei werden beispielsweise Schlafplätze, Polstermöbel, Tierbereiche, Vorräte, Ritzen oder mögliche Zugänge aus dem Außenbereich kontrolliert.
Anschließend wird die weitere Vorgehensweise festgelegt. Je nach Art und Stärke des Befalls können gründliche Reinigungsmaßnahmen, thermische Verfahren oder für den jeweiligen Einsatz geeignete Bekämpfungsmittel infrage kommen. Nicht jede Situation erfordert den großflächigen Einsatz chemischer Mittel.
Nach der Behandlung spielt Vorbeugen eine wichtige Rolle. Dazu kann gehören, mögliche Eintrittsstellen zu schließen, Vogelnester nach Beachtung geltender Schutzbestimmungen zu entfernen, Tierplätze zu behandeln oder Lagerbedingungen für Lebensmittel zu verändern. Eine Nachkontrolle kann zeigen, ob der Befall vollständig beseitigt wurde.
Kosten einer professionellen Milbenbekämpfung
Ein pauschaler Preis für die Bekämpfung von Milben lässt sich kaum nennen. Die Kosten richten sich unter anderem nach der Milbenart, dem Umfang des Befalls, der Größe der betroffenen Fläche und dem notwendigen Verfahren, um die Milben zu bekämpfen. Auch die Zahl der erforderlichen Einsätze wirkt sich auf den Gesamtpreis aus.
Ein kleiner, klar begrenzter Befall verursacht in der Regel weniger Aufwand als eine Ausbreitung über mehrere Räume oder Gebäudebereiche. Zusätzliche Maßnahmen zur Suche nach dem Ausgangspunkt oder spätere Kontrolltermine können ebenfalls berücksichtigt werden.
Vor einer Beauftragung empfiehlt sich deshalb eine individuelle Einschätzung durch den Fachbetrieb. Ein transparentes Angebot erleichtert es, Leistungen und Kosten nachzuvollziehen und unnötige Maßnahmen zu vermeiden.
Fazit
Nicht jede Milbe in Wohnung oder Haus ist ein Fall für die professionelle Schädlingsbekämpfung. Bei leichten Problemen können gründliche Reinigung, geeignete Waschtemperaturen, trockene Raumluft und die Beseitigung möglicher Befallsquellen bereits viel bewirken. Bleibt der Befall jedoch bestehen, stellen Bewohner Stiche auf ihrer Haut fest oder lässt sich die Milbenart nicht bestimmen, sollte fachkundige Hilfe hinzugezogen werden.
Eine professionelle Schädlingsbekämpfung beginnt mit der Bestimmung des Schädlings und der Suche nach seiner Ursache. Dadurch lässt sich die Behandlung gezielt auf den tatsächlichen Befall abstimmen. Gerade bei hartnäckigen Milbenproblemen kann das verhindern, dass sich die Tiere weiter ausbreiten oder nach kurzer Zeit erneut auftreten.
Foto: © Karin & Uwe Annas / stock adobe
arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).
