Haarbalgmilben

Haarbalgmilben sind nur eine Milbenart, welche den Menschen befallen können. Sie gehören einer Unterklasse der Spinnentiere an und zählen zum Stamm der Gliederfüßer. Bislang sind ungefähr 50000 Milbenarten bekannt. Zu den populärsten zählen die Hausstaubmilbe, Krätzmilbe, Grasmilbe, die Zecke und die Haarbalgmilbe. Diese Arten sind aufgrund der Tatsache, dass sie den menschlichen Körper, oder sein Umfeld befallen können, und unter Umständen recht unangenehm werden, nahezu jedermann zumindest namentlich bekannt.

Merkmale von Haarbalgmilben

Haarbalgmilben Befall WimpernEs gibt zweierlei Arten von Haarbalgmilben. Die Demodex brevis und die Demodex folliculorum. Diese siedeln sich sowohl auf der menschlichen Haut, als auch bei Tieren an. Dort wirken sie zunächst unterstützend, um den Talggehalt der Haut zu regulieren. Sie sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Unter dem Mikroskop weisen sie eine längliche Form auf, welche am oberen Teil etwas ovalförmig ist. An dem ovalförmigen Körper befinden sich ihre Gliederfüße. Die Haarbalgmilben bevorzugen beim menschlichen Wirt eher die ältere Generation. Bei sehr jungen Personen ist sie nicht so häufig zu finden. Bevorzugt siedeln sich Haarbalgmilben auf der Nase, in den Haarbälgen an. Hier können zwei und mehr Haarbalgmilben je Haarfollikel angesiedelt sein.

Allerdings sind Haarbalgmilben nicht nur im Gesicht, sondern auf dem gesamten Körper und überall wo Haare wachsen, zu finden. Die Nase ist allerdings der am stärksten besiedelte Körperpunkt. In den Haarbälgen der Wimpern sind sie in der Regel lediglich in geringer Anzahl vertreten, was an der, vergleichsweise geringen Behaarung liegt. Obwohl die Haarbalgmilben als harmlos eingeschätzt werden, kann sie sowohl den Menschen, als auch dem Tier, welches von ihr übermäßig stark besiedelt ist, unangenehm werden. Unklar ist, ob durch  einen normalen Haarbalgmilbenbefall Hautkrankheiten begünstigt oder sogar ausgelöst werden.

Wo kommen Haarbalgmilben vor?

Haarbalgmilben siedeln sich in den Haarfollikeln von Menschen und Tieren an. Somit sind sie direkt an der Haarwurzel, wo auch das Haar verankert ist. Es werden von ihr auch Hunde, Katzen, Pferde und weitere Säugetiere als Wirt genutzt. In der Regel wird die Haarbalgmilbe von ihrem Wirt nicht entdeckt, da sie zum einen so klein ist, dass man sie nicht sieht und sie keine spür- oder sichtbaren Spuren hinterlässt. Haarbalgmilben werden über den Körperkontakt von einem Wirt zum Anderen übertragen. Doch ist auch eine Übertragung der Milben durch die Bettwäsche möglich, da sie dort, ebenfalls wie die Hausstaubmilbe, zu finden ist.

Hat jeder Mensch Haarbalg Milben?

Da die Haarbalgmilben in erster Linie dazu da sind, um die Talgproduktion der Haut zu regulieren, und sie somit nicht als Schädling zu betrachten sind, kann diese Frage grundsätzlich bejaht werden. Allerdings gilt es zu beachten, dass Haarbalgmilben jeden Menschen in einer unterschiedlichen Anzahl besiedeln. Bei sehr jungen Menschen ist sie so gut wie gar nicht vertreten. Was daran liegt, dass die Haut die Talgproduktion selber ausreichend regeln kann. Je älter der Mensch, umso mehr Haarbalgmilben treten auf. Wobei ein zu starker Haarbalgmilbenbefall für den betroffenen Menschen recht unangenehm werden kann. Da es zu Entzündungen und Hautirritationen führen kann.

Wie behandelt man Haarbalgmilben bzw. Demodexmilben

Da Haarbalgmilben grundsätzlich bei jedem Menschen vorhanden sind und den Körper bei der Regulation des Hauttalgs unterstützen ist eine Behandlung zunächst nicht erforderlich. Dies gilt ebenfalls bei Haarbalgmilbenbefall eines Haustieres. Wie zum Beispiel dem Hund, wo Demodex gravierende Ausmaße annehmen kann. Sobald die Haarbalgmilben zu stark auftreten und unangenehm werden, empfiehlt sich allerdings dagegen vorzugehen. In der Regel werden Salben, Cremes, Schampoo und verschiedene Reinigungsmittel genutzt, um der starken Population dieses Parasiten entgegenzuwirken.

Hausmittel wie zum Beispiel das Teebaumöl, finden ebenfalls häufig ihren Gebrauch, wenn es darum geht diverse Milbenarten, in Bettwäsche, Teppichen und Polstermöbeln zu beseitigen. Bei besonders starkem Befall, der sich in deutlichen Symptomen zeigt, ist ein Hausmittel allerdings nicht mehr zu empfehlen. Oftmals bedarf die Klärung einen Arztbesuch, da dieser die Stärke des Befalls diagnostizieren kann. Um die Stärke des Befalls festzustellen, ist die Abgabe einer Haarprobe erforderlich. Unter dem Mikroskop zeigt sich dann schnell, welche weiteren Behandlungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie entstehen Haarbalgmilben?

Die Meinung, dass Haarbalgmilben durch Unsauberkeit resultieren entspricht nicht der Wahrheit. Da sie bei nahezu jedem Menschen in den Haarbälgen siedeln und sich dort vom Talg ernähren. Haarbalgmilben können sich recht schnell vermehren. Wobei die weibliche Milbe eine Lebensdauer von bis zu vier Monaten hat. Nachdem das Männchen ein Weibchen befruchtet hat, kann dieses bis zu 25 Eier legen, welche sich zunächst in Larven wandeln und dann in sogenannte Nymphen. Die gesamte Entwicklung dauert ca. 18 bis 25 Tage, wobei sie sich in der letzten Entwicklungsphase zu einer erwachsenen Milbe entwickelt, welche wiederum geschlechtsreif ist und somit für mehr Milbenbefall in den Haarbälgen sorgen kann. Die Haarbalgmilben können sich, gemessen an ihrer geringen Größe von 0,28 mm bis 0,40 mm sehr schnell fortbewegen. So können sie binnen eines Tages rund 16 cm auf der Haut zurücklegen.

Symptome bei starkem Befall?

Bei einem zu starken Befall kann es zu unterschiedlich intensiven Symptomen kommen. Ursächlich hierfür sind in erster Linie folgende Aspekte. Wenn sich zu viele dieser Parasiten auf der Haut vermehren und dann dort sterben, verändert sich die Haarbalgmilbe in eine flüssige Form. Daraus resultiert, dass sich vermehrt Bakterien wie beispielsweise der Bacillus oleronius freisetzen. Dies geschieht ebenfalls durch das Koten des Parasiten. Dadurch wird eine starke Reizung der Haut ausgelöst. Die Haut rötet sich und Entzündungen entstehen. Zunächst stellen sich die Symptome durch leichtes Kitzeln dar, welches sich in Folge steigert und starken Juckreiz auslöst. Hautrötungen und Akne sind eine der sichtbaren Symptome.